Pfarrgemeinde

Pfarrgemeinde St. Bartholomäus Julbach

 

Geschichte der Pfarrgemeinde

Die Geschichte der Pfarrgemeinde Julbach ist wesentlich jünger, auch wenn im Ort Julbach schon sehr früh eine Kirche nachzuweisen ist. An Stelle der heutigen Pfarrkirche St. Bartholomäus stand vorher eine Georgskapelle, in der regelmäßig Gottesdienste gehalten wurden. So stiftete z.B. der Richter Ebran von Julbach 1425 eine Wochenmesse. Es muss also schon vor der heutigen Kirche eine Gemeinde gegeben haben, die sich in der erwähnten Georgskapelle zum Gottesdienst traf. 1484 wurde dann die heutige Kirche erbaut, die ein Kleinod des Inntales darstellt, das – manchmal möchte man fast sagen: Gott sei Dank – wenig bekannt ist. Die im spätgotischen Stil erbaute Kirche hat seine gotische Charakteristik erhalten, ist aber den Zeitläuften entsprechend „modernisiert“ worden, und zwar 1648 im barocken Stil. Solche Modernisierungsmaßnahmen gab es also nicht erst im vergangenen Jahrhundert (siehe 60iger Jahre), auch vor Jahrhunderten schon hatten die Menschen den Wunsch,  ihr Gotteshaus der Zeit anzupassen. Zu unserer Freude ist diese Maßnahme, die Modernisierung zum Barockstil bis in unsere Zeit erhalten geblieben.

So stammt die gesamte Inneneinrichtung im wesentlichen aus dem 17. und beginnenden 18. Jahrhundert. Dazu gehören die Altäre, ein Kreuzweg aus dem 17. Jahrhundert, eine 130 cm große Holzfigur - Christus in der Rast -, die zeitlich nicht genau einzuordnen, aber eher noch etwas älter sein dürfte und das Bild der 14 Nothelfer. Die Stuhlwangen dürften um 1720 angefertigt worden sein. Das große Eingangstor und die Sakristeitür sind noch aus der Bauzeit von 1484 erhalten. Typisch für diese Zeit ist auch das große Christophorusfresko gegenüber dem Eingang. Die Anordnung dieses Bildes geht auf den Volksglauben im 15. Jahrhundert zurück, wonach man  an dem Tag, an dem man ein Bild des Hl. Christophorus sieht, keines unvorhergesehenen Todes sterben werde. Deshalb hat man das Bild so angebracht, dass es nicht zu übersehen war.

Von großer Bedeutung war seit jeher in Julbach die Verehrung des hl. Leonhard, dem der rechte Seitenaltar gewidmet ist. Schon 1590 wird erwähnt, dass die Julbacher zum Leonhardiritt nach Aigen am Inn gezogen sind. Seit 1795 hielten sie ihren eigenen Gottesdienst und einen Umritt. Julbach war in dieser Zeit jedoch keine Pfarrgemeinde, sondern nur eine Filialkirche von Stammham.

Die Pfarrgemeinde Julbach in ihren heutigen Grenzen ist aus der Pfarrgemeinde Stammham hervorgegangen. Die Chronik beschreibt die Julbacher im 19. Jahrhundert als sehr fleißige Beter. Da der Kaplan von Stammham immer zu Fuß zu den Ölbergandachten und auch anderen Gottesdiensten nach Julbach gehen musste, wurde ihm dieser Fußmarsch 1864 erlassen und Julbach eine Expositur mit einem „Expositus“ als Geistlichen. Erst 1902 wird Julbach eine selbstständige Pfarrgemeinde.

 

Die Pfarrgemeinde heute

Heute hat sich das Gesicht der Gemeinde sehr stark gewandelt. Lebten vor 40 Jahren noch etwa 80% der Bevölkerung in irgendeiner Weise von der Landwirtschaft, so sind es heute gerade noch 0,5%. Im Einzugsbereich der großen Chemiebetriebe in Burghausen, Gendorf und Hart finden die meisten Bewohner dort ihre Beschäftigung. Und dennoch ist die Pfarrgemeinde bis heute eine sehr lebendige Gemeinschaft mit starkem innerem Zusammenhalt.

Das Leben der Pfarrgemeinde wird von verschiedenen Gruppen belebt: die stärkste Vereinigung ist der Kath. Frauenbund mit über 200 Mitgliedern. Von Gottesdienstteilnehmern aus anderen Gemeinden wird unser Kirchenchor immer sehr gerne gehört. Bei den Familiengottesdiensten gestaltet ein Team von Müttern den Gottesdienst, die musikalische Leitung des Kinderchores hat Frau Claudia Soller. Seit 1985 unterhält die Pfarrgemeinde als Träger den Kindergarten St. Michael und auch eine Mittagsbetreung für die Grundschulkinder.

Ein lang gehegter Wunsch ging 1995 mit dem Bau eines neuen Pfarrheimes in Erfüllung. In ihm wurde mit Hilfe der Gemeinde eine Pfarr- und Gemeindebibliothek eingerichtet, die von Frau Ingrid Köppl geleitet wird. Die Bibliothek ist gut besucht. Das Pfarrheim ermöglichte nun auch die Einrichtung eines Seniorentreffs, der regelmäßig von 50 – 80 Senioren besucht wird. Auch die ganz Kleinen haben in diesem Haus ein Zuhause gefunden, die sog. Mukis – die Mutter-Kind-Gruppen, die sich regelmäßig treffen. Das Pfarrheim – stets bestens betreut von Frau Emmi Rieglsperger -  ist neben der Kirche zum Lebensmittelpunkt der heute ca. 1640 Mitglieder umfassenden kath. Gemeinde geworden.

 

Seelsorger von Julbach

Ursprünglich übte der jeweilige Pfarrer von Stammhamm auch die Seelsorge in Julbach aus oder er schickte seinen Gesellpriester. Erst als die Filiale zur selbständigen Expositur erhoben wurde (1864) und nach der Erhebung zur eigenen Pfarrei (1902) gibt es ortsansässige Geistliche für Julbach.

 

Exponierte Kooperatoren:

AmtszeitName
1864–1869 Anton Höllinger
1869–1873 Johann Baptist Wurzer
1873–1879 Georg Mühlbauer
1879–1887 Karl Schmid
1887–1891 Alois Schott
1891–1892 Josef Stockinger
1892–1893 Franz Xaver Limmer
1893–1897 Michael Urban
1897–1901 Franz Seraph Elender

 

Pfarrer:

AmtszeitName
1902–1915 Johann Baptist Brem
1915–1925 Franz Seraph Sonnleitner
1925–1938 Johann Nepomuk Hinterleitner
1938–1948 Franz Xaver Wiesbauer
1948–1951 Josef Reitberger
1951–1981 Johann Grashuber
1981–1983 Konrad Steiglechner
1984– Ludwig Zitzelsberger
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